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Tennis History

Tennis ist ein Rückschlagspiel, das von zwei oder vier Spielern
gespielt wird. Besteht ein Team aus je zwei Männern, wird es als
Herrendoppel, besteht es aus je zwei Frauen, so wird es als
Damendoppel bezeichnet. Doppelteams aus je einem Mann und einer
Frau werden mixed genannt. Dieser früher in Deutschland als elitär
geltende Sport hat heute auch als Breitensport eine herausragende
Bedeutung erlangt. Seit 1988 ist Tennis wieder Bestandteil der
olympischen Sommerspiele.


Geschichte


Jeu de Paume
Der französische Vorläufer des heutigen Spiels, Jeu de Paume (Spiel mit der
Handinnenfläche) wurde in Klosterhöfen, später in Ballspielhäusern auf einem
rechteckigen Feld gespielt. Die Spieler machten ihre Angabe, indem sie den Ball
über das Netz gegen eine Wand schlugen, welche entlang des Feldes verlief. Die
Zuschauer saßen an der Wand gegenüber. Linien teilten das Feld in vier fünfzehn
Zoll (knapp vierzig Zentimeter) breite, parallel verlaufende Streifen zu beiden
Netzseiten.
Der englische Major Walter Clopton Wingfield ließ sich 1874 seine Art von
Tennis, das er „Sphairistike“ (griechisches Wort für Ballspiele) nannte,
patentieren. Bei dieser Patentierung wurden erstmals verbindliche Regeln
definiert. Das bis heute übliche Tennis entstand, mit neuen Regeln, im Zuge der
ersten Meisterschaften in Wimbledon (London) im Juli 1877.
Mitte der 1920er Jahre wurde das Profi-Tennis eingeführt. Dies hatte zur Folge, dass nicht mehr alle Tennisspieler an den großen Turnieren teilnehmen durften, da diese Turniere Amateurspielern vorbehalten waren. Bereits 1925
war Tennis aus dem olympischen Programm gestrichen worden. 1968 wurden die ersten offenen Turniere durchgeführt. Zu dieser Zeit erlangten große Tennisturniere wie zum Beispiel die US Open oder die French Open
auch finanzielle Bedeutung. Der Name Tennis geht auf den mittelenglischen Begriff tenes bzw. tenetz zurück, der ein ähnliches Ballspiel
bezeichnete. Der Ursprung dieser Bezeichnung lässt sich wiederum auf den Imperativ Plural von frz. tenir (halten) zurückführen. Der Ausruf „Tenez!“ - im Sinne von „Nehmt, haltet (den Ball)!“ - eines aufschlagenden Spielers war
ursprünglich vermutlich als Warnung für den Mitspieler gedacht.
Zählweise und andere Regeln


Spielziel


Das Spielziel beim Tennis ist es, einen Tennisball einmal mehr als der
Gegner regelgerecht über ein in der Mitte gespanntes Netz in sein
Spielfeld zu spielen. Der Ball darf maximal einmal den Boden berührt
haben, bevor er mit dem Tennisschläger zurückgespielt werden muss.
Der Ball kann auch direkt, ohne Bodenberührung, als Volley aus der
Luft genommen werden. Beim Zurückspielen darf der Ball in jedem
Fall den Boden erst nach Passage des Netzes wieder berühren. Eine
Berührung oder das Rückspielen des Balles mit einem Körperteil ist
regelwidrig. Das Spielziel ist es, eine festgelegte Anzahl von Punkten
zu erreichen.
Zu Beginn eines Ballwechsels steht der Aufschlag, der diagonal in ein kleineres Feld, das Aufschlagfeld, gespielt
werden muss. Gelingt dieses nicht geht der Punkt an den Gegner. Jedem Spieler stehen pro Punkt zwei
Aufschlagsversuche zu. Bei Netzberührung wird der Aufschlag wiederholt, sofern der Ball im Aufschlagfeld landete.


Zählweise


Das komplette Spiel (auch Match genannt) ist in Sätze unterteilt, die wiederum aus mehreren Spielen bestehen. Um
die Zweideutigkeit des deutschen Wortes „Spiel“ zu vermeiden, werden hier die englischen Begriffe Match und
Game verwendet.
Im Amateurtennis wird im Allgemeinen auf zwei Gewinnsätze gespielt. Danach gewinnt derjenige das Match, der
mindestens zwei von maximal drei Sätzen gewinnt. Bei den Senioren wird häufig statt eines entscheidenden dritten
Satzes auch ein Tie-Break gespielt. In manchen Verbänden des DTB (zum Beispiel in Baden-Württemberg und Bayern wird auch in Verbandsspielen (Damen und Herren) kein dritter Satz gespielt. Stattdessen wird ein
sogenannter Match-Tie-Break auf zehn Punkte (Alternativ: sieben Punkte) gespielt. Im Profitennis wird bei Grand-Slam-Turnieren und beim Davis-Cup auf drei Gewinnsätze (englisch: „Best of Five“)[2] gespielt.
In einem Game hat einer der Kontrahenten das alleinige Aufschlagrecht. Die Zählung innerhalb eines Games beginnt
bei 0. Die ersten drei gewonnenen Punkte eines Spielers werden mit den Spielständen 15, 30 und 40 bezeichnet.
Dabei nennt man den Punktestand des Aufschlägers immer als erstes. Ein Spieler, der ab einem Spielstand von "40"
einen weiteren Punkt gewinnt und dabei zwei Punkte Vorsprung hat, gewinnt das Game. Spielstände ab 40:40
bezeichnet man als
1. Einstand (deuce), wenn Punktegleichstand besteht
Tennis 3
2. Vorteil (advantage), wenn der Spieler einen Punkt Vorsprung hat und somit mit dem nächsten Punkt das Spiel
gewinnen kann.
Die Bezeichnung 40:40 ist ungebräuchlich. Eine Ausnahme bilden die French Open, bei denen der Schiedsrichter bei
Erreichen von "40" für beide dies auch so ansagt („quarante-à“). Kommt es im laufenden Spiel erneut zum Einstand,
wird dagegen „égalité“ angesagt.
Ein Satz ist beendet, wenn ein Spieler mindestens sechs Games, bei mindestens zwei Games Unterschied, gewonnen hat. Da der aufschlagende Spieler im Vorteil ist und nach jedem Game das Aufschlagrecht wechselt (siehe
Hauptartikel Aufschlag) kann es relativ lange dauern, bis ein Satz gewonnen ist. Aus diesem Grund wurde 1970
beim Stand von 6:6 nach Games der Tie-Break eingeführt. Beim Tie-Break wird jeder Fehler als Punkt gezählt. Ein Tie-Break ist dann gewonnen, wenn ein Spieler mindestens sieben Punkte gewinnt und mindestens zwei Punkte
Vorsprung hat. Das Aufschlagrecht wechselt nach je zwei Punkten; beim ersten Punkt, bei dem der Aufschlag von rechts erfolgt, jedoch nach dem ersten Punkt.
Eine Sonderregelung gilt bei den Grand-Slam-Turnieren (außer den US Open) sowie dem Davis Cup, bei denen im entscheidenden Satz (bei den Herren im 5. Satz, bei den Damen im 3. Satz) kein Tie-Break gespielt wird, sondern
zwei Games Vorsprung erlangt werden müssen. Eine Besonderheit ergibt sich noch bei Anwendung der No-Ad- bzw. Deciding-Point-Regel. Sie kommt vor allem in Doppelkonkurrenzen zum Einsatz und dient der Abkürzung der einzelnen Aufschlagspiele. Wird der Deciding Point angewendet, so entscheidet bei Erreichen des Spielstands 40:40 der nächste Punkt über den Gewinn des Games,
unabhängig vom Vorsprung. Es ist dann also nicht wie üblich ein Vorsprung von zwei Punkten zum Gewinn nötig. Eine weitere Besonderheit ist, dass die returnierende Partei beim Deciding Point die Wahl hat, von welcher Seite der
Aufschläger serviert. Das verlorene Game des Aufschlagenden wird Break genannt (der Aufschlagvorteil wurde „durchbrochen“). Ein
Break stellt wegen der Bedeutung des Aufschlags einen besonderen Vorteil dar. Ein Ballwechsel, dessen Gewinn zum Break führen könnte, wird Breakball genannt. Der Ballwechsel, der zum Gewinn des Satzes führen kann, wird Satzball, der zum Gewinn des Matches führen kann wird als Matchball bezeichnet.


Geschichte der Zählweise


Zur Geschichte der Zählweise gibt es zwei Erklärungen. Meist wird vermutet, dass die Zählweise auf Geldeinsätze
und Spielwetten im 14. Jahrhundert in Frankreich zurückgeht. So setzte man zum Beispiel einen gros denier, der
wiederum einen Wert von 15 denier hatte. In einem Satz, der damals oft aus vier Spielen bestand, wurden also 4 mal
15 „deniers“ gesetzt: 15 - 30 - 45 - 60.
Eine andere Erklärung bezieht sich auf die Linien auf dem Spielfeld. Jedes Mal, wenn ein Spieler beim jeu de paume
einen Punkt machte, bewegte er sich einen Streifen weiter und kam so allmählich der Mitte des Feldes näher. Das
Spiel begann an der 0-Zoll-Linie. Gewann ein Spieler einen Punkt, rückte er zur 15-Zoll-Linie vor, dann zur 30-Zoll-Linie und schließlich zur 45-Zoll-Linie. Dann erst hatte er das Spiel gewonnen. Da man fand, dass diese
Linie dem Netz zu nahe war, wurde die letzte Angabe auf eine 40-Zoll-Linie zurückversetzt. In beiden Fällen wurde im 16. Jahrhundert der kürzeren Aussprache wegen „45“ durch „40“ ersetzt. „0“ wird beim Tennis mit dem englischen Wort „Love“ bezeichnet. Der Ursprung dieses Ausdrucks stammt
wahrscheinlich phonetisch vom französischen „l'oeuf“ (=das Ei) und beschreibt damit das Aussehen der Null auf der Anzeigetafel.[3] Gerade die Tatsache, dass auch andere Bezeichnungen oder Zählweisen (siehe oben)
höchstwahrscheinlich dem Französischen entstammen, unterstreichen diese Theorie. Andere Quellen legen nahe,
"Love" komme von der Redewendung „to do something for love“, was soviel heißt wie „etwas umsonst tun“[4] . Ein Spiel, bei dem der Gegner null Punkte erzielt hat, heißt daher auch Love Game.


Spielfeld


Maße des Spielfeldes im metrischen Maß
Das rechteckige Spielfeld beim Tennis wird durch das Netz in zwei
Hälften geteilt. Das Spielfeld ist 23,77 Meter (78 ft) lang. Die Breite
für das Einzel ist 8,23 Meter (27 ft), für das Doppel 10,97 Meter (36
ft). Das Spielfeld wird durch Linien begrenzt, die sogenannten
Grundlinien (Baselines) und Seitenlinien (Sidelines). Die Linien sind
Bestandteil des Spielfeldes. Fällt der Ball (auch nur teilweise) auf eine
Linie, so ist er nicht „aus“. Im professionellen Tennis werden zum Teil
Videobeweise angewendet.
Die Grundlinien verlaufen parallel zum Netz, die Seitenlinien
rechtwinklig dazu. Parallel zum Netz liegen auf beiden Seiten im
Abstand von 6,40 (21 ft) Meter die Aufschlaglinien. Die Fläche
zwischen Netz und Aufschlaglinien wird inoffiziell auch als T-Feld
bezeichnet, da die Aufschlagmittellinie, die das T-Feld in zwei gleich
große Flächen unterteilt, und die Aufschlaglinie ein großes T bilden.
Dementsprechend wird die Aufschlaglinie auch als T-Linie bezeichnet.
Die zwei Flächen eines T-Feldes werden Aufschlagfelder genannt. Der
Bereich um die T-Linie wird auch Halbfeld genannt.
Das Netz ist in der Mitte 0,914 (3 ft) Meter hoch. Das Netz ragt an
beiden Seiten mindestens 0,914 Meter (3 ft) über das geltende Spielfeld
hinaus und muss an dieser Stelle eine Höhe von 1,07 Meter (3,5 ft)
aufweisen.
Die Fläche zwischen Grundlinie und Einzäunung hat etwa eine Länge
von 5,50 (18 ft) bis 6,40 Metern (21 ft). Die Breite der Fläche zwischen
Seitenlinie und Einzäunung liegt bei etwa 3,04 (10 ft) bis 3,66 Metern
(12 ft).
Die häufigsten Beläge von Tennisplätzen sind Sand-, Rasen-, Kunstrasen-, Teppich-, Kunststoffgranulat. Vor allem
in nordamerikanischen Ländern ist der Hartplatz sehr verbreitet. Im Freien sind Sandplätze vorherrschend, in der
Halle wird meist auf einem Hart- oder auch einem Granulatplatz gespielt.


Schlagarten


Grundschlagarten
Vorhand (engl.: Forehand)
Bei der Vorhand wird der Ball auf der Seite der Schlaghand (bei einem Rechtshänder also rechts, bei einem
Linkshänder links) gespielt. In der Regel wird der Vorhandschlag mit einer Ausholbewegung eingeleitet und der Ball
idealerweise etwa hüfthoch seitlich vor dem Körper getroffen. In der Regel wird die Vorhand einhändig gespielt und
auch so gelehrt. Zu den wenigen Spielern, welche die Vorhand beidhändig spielen, gehört Monica Seles. Die
Vorhand stellt mit Rückhand und Aufschlag einen der Grundschläge dar.

Rückhand (engl.: Backhand)
Bei der Rückhand wird der Ball auf der der Schlaghand gegenüberliegenden Seite (bei einem Rechtshänder also
links, Linkshänder rechts) geschlagen. Ein Rückhandschlag kann sowohl einhändig als auch beidhändig ausgeführt
werden. Die beidhändige Rückhand ist erst in den 1970er Jahren bekannt geworden und setzt sich immer stärker
durch. Gerade Anfängern wird diese häufig empfohlen, da die Durchführung weniger Kraft benötigt als die
einhändige Rückhand. Ausnahme ist der Rückhand-Slice, der meist einhändig geschlagen wird.


Aufschlag (engl.: Service)
Hauptartikel: Aufschlag
Der Aufschlag leitet den Ballwechsel ein. Hinter der Grundlinie muss der Ball, für den Gegner sichtbar
hochgeworfen, und in das gegenüberliegende Aufschlagfeld geschlagen werden. Die Linien gehören zum
Aufschlagfeld. Ein Überschreiten oder die Berührung der Grundlinie vor dem Treffen des Balls ist regelwidrig. Jeder
Aufschläger hat zwei Versuche, nach erfolglosem zweiten Versuch gehört der Punkt dem Gegner. Nach einem Spiel
wechselt das Aufschlagrecht.
Den günstigsten Schlagwinkel und dadurch höchste Ballgeschwindigkeiten erreicht man, wenn der Ball über
Kopfhöhe geworfen, und am höchst möglichen Punkt getroffen wird.
Weitere Schlagbezeichnungen

Return (dt.: zurück) ist die Bezeichnung des Schlags, mit dem der Ball nach dem gegnerische Aufschlag
zurückgespielt -returniert- wird. Neben dem Aufschlag, dem härtesten Schlag im Tennis, ist der Return von größter
Bedeutung. Beide Schlagarten sind "Eröffnungsschläge" mit denen der Ballwechsel eingeleitet wird. Ein schwacher
Return erlaubt es dem Gegner, bereits mit dem Aufschlag Druck aufzubauen und den Ballwechsel zu bestimmen.
Meist ist der Returnierende beim ersten Aufschlag nur in der Lage, den Schläger passiv, mit einer kurzen
Ausholbewegung, hinzuhalten (zu "blocken"). Er versucht hierbei den Druck des gegnerischen Aufschlags
mitzunehmen und dem Rückschlag die gewünschte Richtung zu geben. Der - in der Regel mit weniger Härte
geschlagene - zweite Aufschlag kann dann vom returnierenden Spieler angegriffen werden.


Schmetterball (Smash)
Der Schmetterball ähnelt von der Bewegungsausführung der Aufschlagbewegung. Es handelt sich um einen
Überkopfschlag mit hoher Geschwindigkeit. Er wird meist als Reaktion auf einen Lob-Versuch des Gegners gespielt
und ist der kraftvollste Angriffsschlag.
Passierschlag
Als Passierschlag (Vorhand oder Rückhand) bezeichnet man einen Schlag, mit dem der Ball am in der Nähe des
Netzes postierten Gegner für diesen unerreichbar seitlich vorbei gespielt wird.


Lob
Beim Lob versucht man, den an das Netz vorgedrungenen Gegner mittels eines hoch geschlagenen Balls zu
überwinden. Ist der Schlag zu flach oder zu kurz geschlagen, kann der Gegner mit einem Schmetterschlag antworten,
gelegentlich bleibt, wenn der Lob zu hoch und zu langsam gespielt wird, auch noch genug Zeit zurückzulaufen und
den Ball mit Vor- oder Rückhand zu schlagen. Höherklassige Spieler spielen den Lob deshalb mit Topspin.
Hierdurch erreicht auch ein hoch, als Lob gespielter Ball eine große Fluggeschwindigkeit und ist deshalb, bei
technisch sauberer Ausführung, praktisch nicht mehr zu erlaufen. Der Topspinlob gehört zu den technisch
schwierigsten Schlägen und ist deshalb im Amateurtennis kaum zu beobachten.

Stoppball
Bei einem Stoppball wird der Ball so gespielt, dass er nur wenige Zentimeter hinter dem Netz „herunterfällt“. Üblich
ist, dass der Ball zusätzlich (mit Rückwärtsdrall [engl.: Backspin]) angeschnitten wird, damit er nach dem Auftippen
nicht mehr vorwärts, vielleicht sogar rückwärts springt.

Volley (dt. Flugball) bezeichnet einen Schlag, bei dem der Ball noch vor dessen Auftreffen auf dem Boden
zurückgespielt wird. Üblicherweise wird dieser Schlag nahe dem Netz gespielt. Es gibt verschiedene Sonderformen.
Als Halbvolley oder Halbflugball wird ein Schlag bezeichnet, bei dem der Ball kurz nach dem Aufspringen getroffen
wird. Dieser Schlag wird nur in Notfällen verwendet, da mit diesem Schlag nur schwer Druck auf den Gegner
ausgeübt werden kann.
Ein Volleystop ist eine Schlagtechnik, bei der aus einem gegnerischen Schlag ein Stopball wird. Die Schwierigkeit
des Schlages besteht darin, dem Ball die Geschwindigkeit zu nehmen und ihn kurz hinter dem Netz zu platzieren.
Der Hechtvolley ist eine spezielle Sonderform des Volley, bei der versucht wird, einen Passierschlag des Gegners
noch mit Hilfe eines Sprungs zur Seite zu erreichen und so den Ball noch ins Feld des Gegners zu bringen. Dieser
Schlag wurde durch Boris Becker bekannt. Ursprünglich hatte ein Jugendtrainer Beckers diesen Schlag entwickelt,
um die Reichweite von Nachwuchsspielern am Netz zu erhöhen. Becker behielt aber diesen Schlag in seinem
Repertoire und setzte ihn zur Verblüffung seiner Gegner und der Zuschauer auch bei internationalen Turnieren (z.B.
1985 in Wimbledon) erfolgreich ein.
Der Drivevolley ist ein weiterer Volleyschlag, bei dem man den Ball nicht ins Feld "schiebt", sondern - wie bei der
Vorhand - mit hoher Geschwindigkeit und Spin durchzieht. Populär machten diesen Schlag vor allem die
Williams-Schwestern Venus und Serena.

Topspin
Die häufigste Schlagvariante im modernen Tennis. Topspin beschreibt eine Vorwärtsrotation des Balles. Dieser
bewirkt eine stärkere Krümmung der Flugkurve und ein verändertes Absprungverhalten. Dies hat unter anderem den
Vorteil, dass auch schnelle, hoch, oder extrem diagonal gespielte Bälle noch im Feld aufspringen und den Gegner in
Schwierigkeiten bringen.

Slice
Beim Slice erfährt der Ball eine Rückwärtsrotation (engl.: Backspin). Dadurch kann der Ball sehr flach über das Netz
fliegen und springt beim Auftreffen auf den Boden kaum mehr ab. Er kann als Angriffsball dienen. Der Spieler hat,
bedingt durch den längeren Flug des Balles, mehr Zeit ans Netz vorzurücken. Der Slice kann auch dazu verwendet
werden, sich aus einer Defensivsituation heraus Zeit zu verschaffen, etwa bei der Annahme eines harten Aufschlags.
Ein Slice kann nur langsam gespielt werden, da er durch die flache Flugkurve ansonsten ins Aus „segelt“. Da
heutzutage auch von der Grundlinie üblicherweise Angriffstennis gespielt wird, wird der Slice deutlich weniger
verwendet als früher.

Cross
Ein cross (dt.: quer) geschlagener Ball ist ein Ball, der in die jeweils diagonal gegenüber liegende Ecke des Platzes
gespielt wird. Ein Rechtshänder spielt demnach eine cross geschlagene Vorhand einem rechtshändigen Gegner
ebenfalls auf die Vorhand (bzw. Rückhand auf Rückhand). Da die Diagonale des Platzes länger ist als die
Seitenlinie, können etwa härtere und damit weiter fliegende Bälle cross geschlagen werden.


Longline
Ein longline (dt.: entlang der Linie) geschlagener Ball ist ein Ball, der in die jeweils gegenüber liegende Ecke des
Platzes gespielt wird, d. h., der Ball fliegt parallel zur Seitenauslinie. Ein Rechtshänder spielt demnach eine longline
geschlagene Vorhand einem ebenfalls rechtshändigen Gegner auf die Rückhand (bzw. Rückhand auf Vorhand).
Befindet sich der ausführende Spieler seitlich außerhalb des Feldes, kann ein Longline-Schlag auch regelkonform
seitlich am Netzpfosten vorbei gespielt werden.
Ass und Service Winner
Ein Ass (engl.: Ace) ist ein Aufschlag, bei dem der geschlagene Ball vom Gegner nicht erreicht werden konnte. Ein
Ass kann sowohl mit dem ersten als auch mit dem zweiten Aufschlag erzielt werden. Allerdings wird der Begriff
nicht angewendet, wenn der Gegenspieler den Ball in irgendeiner Art und Weise noch mit dem Schläger trifft. Wenn
das letztgenannte zutrifft, nennt man es Service Winner.

Serve and Volley

Beim Serve-and-Volley-Spiel folgt der Spieler seinem Aufschlag (Service), versucht möglichst weit zum Netz
vorzudringen und den Ballwechsel mit einem Volley abzuschließen. Diese Strategie ist besonders auf schnellen
Belägen, insbesondere auf Rasen, erfolgversprechend. Die Position des Angreifers dicht am Netz verkürzt die
Reaktionszeit des Gegenspielers; häufig kann der angreifende Spieler bereits mit dem ersten Volley punkten. Für ein
erfolgreiches Serve-and-Volley-Spiel sind zwei Grundvarianten des Aufschlagspiels möglich. Zum einen kann der
Aufschlag mit großer Härte gespielt werden. Dem Gegner bleibt dann nur geringe Reaktionszeit, er kann den
Aufschlag oft nur noch „blocken“, das heißt er kann den Schläger nur passiv ohne eigene Ausholbewegung hinhalten.
Der Ball wird dann nur noch mäßig kontrolliert und ohne Drall zurückgespielt, was dem Aufschläger ermöglicht,
den Volley mit hohem Tempo und platziert zurückzuspielen. Nachteil der hohen Aufschlaghärte ist, dass auch dem
Aufschläger verhältnismäßig wenig Zeit bleibt, Richtung Netz vorzurücken. Er muss den ersten Volley in der Regel
in Höhe der T-Linie im sogenannten Halbfeld schlagen. Ist der Aufschlag gut platziert, so ist dies wegen der oft
hohen Flugbahn des Returns unproblematisch. Erahnt der Rückschläger die Richtung des Aufschlags oder ist dieser
schlecht platziert, so wird der Aufschläger oft zum Halbvolley gezwungen, da der Returnierende ihm den Ball mit
Topspin "auf die Füße" spielen kann. Typische Vertreter dieser Spielweise sind großgewachsene Spieler, wie es
beispielsweise Boris Becker und Goran Ivanisevic waren.
Als zweite Variante kann der Aufschlag mit weniger Tempo, aber hoher Genauigkeit und viel Schnitt gespielt
werden. Der Druck auf den Gegner entfaltet sich dann durch die stärkeren Winkel; der Rückschläger hat größere
Probleme, den Ball noch zu returnieren und wird häufig bereits mit dem Aufschlag aus der Platzmitte gedrängt.
Wegen der geringeren Aufschlaggeschwindigkeit hat der Aufschläger mehr Zeit für den Weg zum Netz. Hierdurch
erreicht er eine bessere Position für den ersten Volley, kann den Ball auch fast immer von oben nach unten spielen
und wird nur selten zum Halbvolley gezwungen. Meist wird der Aufschlag mit Vorwärtsdrall (Kick) gespielt. Wegen
des hohen Absprungs ist es zusätzlich schwer für den Returnierenden, den Ball flach zu halten, da er diesen von oben
nach unten spielen muss. Nachteil dieser Variante ist, dass nur selten bereits mit dem Aufschlag gepunktet werden
kann. Der Angreifer benötigt ein herausragendes Volleyspiel um mit dem ersten Volley den Druck aufrecht erhalten zu können. Typische Vertreter dieser Variante waren Stefan Edberg oder John McEnroe.
Früher wurde die Serve-and-Volley Taktik von vielen Weltklassespielern angewandt. Da die Spieler heutiger Zeit
auch in der Lage sind äußerst druckvoll von der Grundlinie zu spielen, hat diese Strategie an Bedeutung verloren.
Einige Profispieler gestalten Spiele zumindest phasenweise mit dem Serve-and-Volley Spiel nach wie vor erfolgreich.


Grundlinienspiel

Beim Grundlinienspiel bleiben beide Spieler an der Grundlinie. Dabei versuchen sie, dadurch einen Vorteil zu
erzielen, dass sie den Ball auf die vom Gegner weiter entfernte Seite oder gegen die Laufrichtung spielen. Mit dieser
Taktik erzielt man meist erst dann einen Punktgewinn, wenn mehrere gut platzierte Schläge hintereinander gespielt
werden. Der vorherrschende Schlag beim Grundlinienspiel ist Top-Spin, da er von vielen Spielern nach dem
Schmetterschlag als einer der effektivsten Schläge angesehen wird.


Chip and Charge
Hierbei antwortet der Rückschläger auf den Aufschlag direkt mit einem Angriffsball (chip) und rückt anschließend
sofort ans Netz auf (charge). Dort versucht er, per Volley den Ballwechsel zu entscheiden. Dieser Spielzug wird fast
ausschließlich gegen den zweiten Aufschlag angewandt. Wird diese Schlagfolge taktisch klug eingesetzt, setzt sie
den Gegner unter Druck, da dieser dazu veranlasst werden könnte, beim zweiten Aufschlag mehr zu riskieren.


Inside-Out-Schläge
Bei Inside-Out-Bällen (engl.: von innen nach außen) vermeidet der Spieler, jeweils Vor- oder häufiger die
Rückhand, indem er den Schlag "umläuft". Der Ball wird, wenn die Rückhand umlaufen wird, von der
Rückhandseite mit der Vorhand, meist diagonal gespielt. Ziel ist es mit der häufig druckvolleren Vorhand das
Tempo hochzuhalten oder den unsicheren Schlag zu vermeiden.


Turnierbetrieb

Das professionelle Tennis wird von internationalen Turnieren bestimmt, die das ganze Jahr über stattfinden und
zumeist im K.-o.-System ausgespielt werden. Die Dachorganisation für diese Turniere ist bei den Frauen die WTA
und bei den Männern die ATP. Bei den Turnieren werden jeweils Punkte für die Tennis-Weltrangliste vergeben. Die
Weltranglistenposition der Spieler wiederum entscheidet über die Teilnahmeberechtigung bzw. Setzposition bei den
einzelnen Turnieren.
Die prestigeträchtigsten Turniere im Tennis sind die vier Grand-Slam-Turniere, die von dem Tennisweltverband ITF
ausgetragen werden, sowie der Tennis Masters Cup (Herren) bzw. die WTA Tour Championships am Ende der
Saison. Bei den Herren folgt als nächste Kategorie die ATP Masters Series mit neun Turnieren.
Die Sieger der Olympischen Sommerspiele werden alle vier Jahre ermittelt.

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